
jubi-pass – Wer „Kultur“ sagt, sollte sagen warum: Kulturbegriffe kritisch klären
19. November | 10:00 - 13:00
Monokultur, Leitkultur, Multikulti, Interkultur, Subkultur, Arbeitskultur, Schulkultur … kaum ein Begriff ist so vielseitig – und gleichzeitig so missverständlich – wie „Kultur“. Oft wird er genutzt, um komplexe Situationen schnell zu erklären. Gerade im Kontext von Migration passiert dabei etwas Problematisches: „Kultur“ wird zur Abkürzung für Ethnie, Gesellschaft oder sogar Nation – und verengt den Blick auf Menschen und Konflikte.
In diesem Workshop nehmen wir den Kulturbegriff auseinander: Was meinen wir eigentlich, wenn wir „Kultur“ sagen – und wozu verwenden wir ihn? Wir arbeiten mit der Perspektive, dass Kultur sich verändert (historisch, biografisch, situativ) und einzelne Elemente wandern, übernommen, angepasst oder neu kombiniert werden. Gleichzeitig schauen wir auf die Machtfragen, die darin stecken: Wer darf „Kultur“ definieren? Wessen Praktiken gelten als „Bereicherung“, wessen als „Problem“?
Der Workshop bietet eine Mischung aus Input, Reflexion und praxisnahen Übungen, um im eigenen Arbeitsfeld bewusster mit Kulturdeutungen umzugehen, ohne durch sie Zuschreibungen in den Raum zu werfen.
Nach dem Workshop kannst du …
- unterschiedliche Kulturbegriffe auseinanderhalten und ihre Effekte im Alltag prüfen
- Dynamik & Diffusion als Gegenentwurf zu starren Kulturvorstellungen nutzen
- kulturalisierende Deutungen in Gruppen-/Bildungssituationen schneller erkennen
- Kultur so thematisieren, dass Zuschreibungen/Othering eher ab- als aufgebaut werden
Ihre Trainer:innen:
Anna Konopczynska (sie/ihr) ist Bildungsreferentin in der Jugendbildungsstätte Unterfranken im Referat grenzenlos, ausgebildete Soziologin. Als Trainerin hat sie vielfältige Erfahrungen im internationalen Kontext gesammelt – mit den Schulklassen und bei den deutsch-polnischen Jugendbegegnungen, aber auch bei Erwachsenenbildung in Rahmen von europäischen Solidaritätskorps. Zu ihren Interessen- und Schwerpunkten zählen Fragen der Machtverhältnisse, der Sprache und der Stellung der Frau in der Gesellschaft aus historischer Perspektive.
Leila Sopromadze (sie/ihr) ist Pädagogin der Jugendbildungsstätte Unterfranken mit Studium der Sonderpädagogik und Politikwissenschaften. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Konzeption und Leitung von Seminaren und Workshops für verschiedene Bildungsträger, insbesondere im Bereich internationaler Begegnungen (Schulaustauschprojekte, Europäische Freiwilligendienste).
Arbeitsschwerpunkte und Interessen sind politische Bildung, demokratisches Handeln sowie die Förderung von Zivilcourage.
Hinweis zur Sprache: Deutsch
Anmeldeschluss: 5 Tage vor Veranstaltung
Der Link zur Veranstaltung wird nach Anmeldung zugesandt
Die Veranstaltung wird mit Mitteln des Bayerischen Jugendringes (Aus- und Fortbildung ehrenamtlichen Jugendleiter:innen (AEJ)) gefördert.


